FAQ zur Berufsunfähigkeit | Berufsunfähigkeitsversicherung
Warum sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?
Jeder vierte Arbeitnehmer wird vor Eintritt ins Rentenalter berufsunfähig und dies vielfach infolge von Krankheit. Da die staatliche Erwerbsminderungsrente kaum ausreicht, ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung unabdingbar.
Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Jeder, der im Falle der Berufsunfähigkeit nicht auf genügend Privatvermögen zurückgreifen kann. Die staatliche Erwerbsminderungsrente, wenn sie denn gewährt wird, reicht nicht aus.
Wie erfahre ich, wie viel Geld ich vom Staat im Falle meiner Berufsunfähigkeit erhalte?
Über die Renteninformation des jeweiligen Rentenversicherungsträgers, in der Regel der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) oder der Landesversicherungsanstalt (LVA), erhält man genauen Aufschluss über die zu erwartende Höhe an Erwerbsminderungsrente. Ab 2005 bekommt jeder Versicherte diese Information jährlich ins Haus.
In welchem Alter sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?
So früh wie möglich. Denn je jünger man ist, um so kürzer ist auch die Krankengeschichte. Für Krankheiten wie Rückenleiden, hoher Cholesterinspiegel oder ähnliches, die in der Regel erst im Alter auftreten, werden Risikozuschläge erhoben. Einige Versicherer schließen in ihren Verträgen Berufsunfähigkeit als Folge dieser Vorerkrankungen komplett aus.
Wovon ist die Beitragshöhe der Berufsunfähigkeitsversicherung abhängig?
Der Beitrag richtet sich nach Alter, Geschlecht, Beruf und Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers. Außerdem sind die Vertragslaufzeit und die Höhe der künftigen Rente für die Beitragshöhe entscheidend. Bei der Vertragsgestaltung haben beide Parteien oftmals Verhandlungsspielraum. Beispielsweise bei der Verhandlung der Karenzzeit, also dem Zeitraum, der verstreicht, von Eintritt der Berufsunfähigkeit bis zur Zahlung der ersten Rente. Soll die Rente beispielsweise erst nach 24 Monaten gezahlt werden, werden die Beiträge niedriger.
Wie finde ich die passende Versicherung?
Zahlreiche Verbraucherschutzorganisationen und Finanzmedien testen regelmäßig die verschiedensten Versicherungsprodukte. Die Stiftung Warentest empfiehlt aber, bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit nicht nur auf den Preis, sondern auch die Qualität des Produkts zu achten.
Wann liegt Berufsunfähigkeit vor?
Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherungsnehmer seinen Beruf wegen Krankheit nicht mehr ausüben kann. Ist der Versicherungsnehmer dauernd nicht in der Lage, seinen Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die seiner Ausbildung und seinen Fähigkeiten entsprechen, spricht man von vollständiger Berufsunfähigkeit.
Wer stellt die Berufsunfähigkeit fest?
Die Berufsunfähigkeit stellt der behandelnde Arzt, in der Regel der Hausarzt, fest. Die Versicherungsgesellschaft kann aber ein Ärztegremium einberufen. Das setzt sich zusammen aus dem Hausarzt, einem Arzt der Versicherung und einem unabhängigen Gutachter. Die Kosten trägt der Versicherer.
Welche Rolle spielt der Grad der Berufsunfähigkeit bei der Höhe der Berufsunfähigkeitsrente?
Die Berufsunfähigkeitsrente richtet sich nach dem Grad der Berufsunfähigkeit. In der Regel kann der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss zwischen zwei Alternativen wählen. Zum einen gibt es die Pauschalregelung, die fast alle Versicherer anbieten: Hier erhält der Versicherungsnehmer die volle Rente wenn er zu mindestens fünfzig Prozent berufsunfähig ist. Erreicht der Versicherte diese 50-Prozent-Schwelle nicht, geht er leer aus. Das Staffelsystem hingegen zahlt schon bei 25-prozentiger Berufsunfähigkeit eine anteilige Rente entsprechend dem Grad der Berufsunfähigkeit. Die volle Höhe der Berufsunfähigkeitsrente gibt es dann bei einer 75-prozentigen Berufsunfähigkeit.
Wer muss mit höheren Beiträgen rechnen?
Je riskanter der Beruf, desto teurer wird die Versicherung. Riskant vor allem für die Versicherung, denn bei vielen Berufen gilt der Eintritt der Berufsunfähigkeit vor dem eigentlichen Rentenalter als wahrscheinlich. Das ist beispielsweise bei Gleisbauern, Dachdeckern, Gerüstbauern aber auch Betriebsökonomen der Fall. Mit den niedrigsten Beiträgen hingegen dürfen Hochschullehrer, Ärzte und Juristen rechnen.
Was ist zu tun, wenn die Berufsunfähigkeit eintritt?
Die Versicherer wollen zunächst genaue Angaben darüber, wie es zu dieser Berufsunfähigkeit gekommen ist. Außerdem muss der Versicherer wissen, wie die letzte Tätigkeit des Versicherten genau aussah und wie viel er verdient hat. Hinzu kommen Angaben vom Arzt, der dem Versicherungsunternehmen darlegen muss, wie hoch der Grad der Berufsunfähigkeit ist und wie lange diese voraussichtlich anhalten wird.
Was passiert wenn sich der Versicherungsnehmer beruflich verändert?
Ein Jobwechsel ist bei den meisten Versicherungen unproblematisch und muss gar nicht gemeldet werden. Der aktuell ausgeübte Beruf ist automatisch versichert. Aber Vorsicht, einige Gesellschaften bestehen auf einer Anzeige des Jobwechsels und passen eventuell die Beiträge an. Wie die jeweilige Versicherung den Berufwechsel handhabt, steht in den Vertragsbedingungen.

